Wiener akademische Burschenschaft Albia

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Der Fux
Der Bursch
Der Alte Herr
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DIe Burschensschaft ist ein Lebensbund, d.h. ein Zusammenschluss verschiedener Generation und unterschiedlichster Charaktere, die es zu einer Gemeinschaft zu formen gilt. Das wird erreicht durch das Leben im Bund und die Organisation, die dahinter steht. Dass die Bünde auf eine alte Tradition zurückschauen können, beweißt, dass ihre Struktur sich bewährt hat. Im Folgenden wollen wir die Gliederung unserer Verbindung vom Zeitpunkt des Eintritts bis zur Philistrierung darstellen.

Der Fux

FuxitasDie ersten zwei Semester sind als Probejahr anzusehen, wobei die Fuxen (Mitglieder im Probejahr) eingeschränkte Mitgliedsrechte genießen.

Vielfach werden Fuxen von Unwissenden als rechtlose Leibeigene der älteren Mitglieder dargestellt, die vornehmlich Bier zu servieren haben und allerlei "Schikanen" ausgesetzt sind. Dies ist blanker Unsinn. Gerade den Fuxen gilt die besondere Obsorge der älteren Bundesbrüder, da sie letztlich den Fortbestand der Korporation sichern.

Von jeder Verantwortung entlastet werden sie über zwei Semester auf die künftig von ihnen innerhalb des Bundes zu erfüllenden Aufgaben vorbereitet. Neben den laufenden Unterweisungen durch die Amtsträger sind vor allem zwei Personen für die Ausbildung der jungen Bundesbrüder zuständig. Zum einen der Leibbursch, ein älterer Bundesbruder, den sich der Neuling als besonderen Freund und Vertrauensperson auserkoren hat. Der Leibbursch wahrt in den ersten zwei Semestern die Interessen seines Leibfuxen in den Entscheidungsgremien. Die besondere Verbundenheit zwischen Leibburschen und Leibfuxen währt grundsätzlich ein Leben lang. Zum anderen der Fuxmajor, der den wöchentlich einmal stattfindenden Fuxenunterricht (auch Fuxenstunde genannt) leitet.

In der Fuxenstunde werden den jungen Bundesbrüdern vom älteren, erfahrenen Fuxmajor die umfassenden Grundlagen des Korporationswesen vermittelt. Die Fuxenstunde dient als Vorbereitung für die Burschenprüfung. Gelehrt und geprüft werden unter anderem die Geschichte des eigenen Bundes, Grundlagen deutscher Geschichte, studentisches Brauchtum und Liedgut, studentische und gesellschaftliche Umgangsformen, Satzungen und Geschäftsordnung, der Fechtkomment.

Nach Ablauf von 2 Semestern endet die Probezeit, wobei für den Fuxen noch drei Hürden auf dem Weg zum vollberechtigten Bundesbruder zu nehmen sind. Es sind dies die Burschenprüfung; dazu ein im Rahmen eines Burschenschaftlichen Abends zu einem selbstgewählten Thema zu haltender Vortrag und schließlich eine Schlägermensur. Die Genehmigung aller drei Leistungen erfolgt durch den BC. Nach Erfüllung dieser Aufgaben wird der Fux im Rahmen einer feierlichen Kneipe (der Receptions-oder Burschungskneipe) als vollberechtigtes Mitglied in den inneren Verband aufgenommen, während er als Fux lediglich Mitglied des äußeren Verbandes war.


Der Bursch

BurscheneidDie Zeit als "aktiver Bursch" beträgt zwischen 3 und 8 Semestern und ist jener Abschnitt, in welchem man die größte Verantwortung zu tragen hat. Aus dem Kreise der aktiven Burschen werden am Antrittskonvent eines jeden Semesters die Chargen für das kommende Semester gewählt. Die Chargen sind mit dem Vorstand eines Vereins zu vergleichen. Für einen jungen Studenten ist die Ausübung einer Charge eine einmalige Gelegenheit und Herausforderung, Verantwortung und Führungsaufgaben zu übernehmen und im Rahmen seiner Amtstätigkeit wichtige Erfahrungen zu gewinnen sowie als Persönlichkeit zu reifen.

Der Vorstand (das Chargenkabinett) einer B! setzt sich aus dem Sprecher (Obmann), dem Fechtwart (Obmannstellvertreter), dem Schriftwart (Schriftführer) und dem Fuxmajor zusammen.

Der Sprecher, aus dem Kreise der aktiven Bundesbrüder für ein Semester gewählt, ist der letztlich verantwortliche Leiter der gesamten Korporation. Er vertritt sie in allen Angelegenheiten nach außen, leitet die Beratungen, Kneipen und Feste. Seine Anordnungen sind für alle Bundesbrüder verbindlich. Andererseits ist der Sprecher für alle seine Handlungen und Anweisungen unmittelbar dem Burschenconvent verantwortlich und kann bei Fehlverhalten jederzeit seiner Charge enthoben werden.

Der Fechtwart ist als Leiter des Fechtbetriebes verantwortlich für den Ablauf der täglichen Paukstunden (Trainingsstunden). Weiters ist er für den gesamten organisatorischen Ablauf von Mensuren verantwortlich. Der Schriftwart erledigt den gesamten Schriftverkehr. Er erstellt die Aussendungen, berichtet darüber am Burschenconvent und protokolliert die Beratungen. Die übrigen Aktiven haben die Chargen zu unterstützen und grundsätzlich an allen Veranstaltungen des Bundes mitzuarbeiten. Dazu gibt es eine Anzahl niederer Ämter, wie Budenwart (zuständig für das Korporationshaus), Bierwart (zuständig für die Getränke), Bücherwart (zuständig für die Bundbibliothek), welche die Fuxitas ausübt.
Frühestens nach 3 genehmigten Burschensemestern und mindestens 4 genehmigten Mensuren kann der aktive Bursch auf dem Burschenconvent um seine Inaktivierung ansuchen. In den meisten Fällen erfüllen die Aktiven eine höhere Anzahl an Aktivsemestern und schlagen Mensuren über die Pflichtanzahl hinaus, um für längere Zeit mit vollem Einsatz dienen zu können. Diese Entscheidung ist in jedem Fall dem betreffenden Bundesbruder überlassen. Die Verpflichtungen eines Inaktiven sind wesentlich weniger umfangreich als die eines aktiven Burschen. Er nimmt nicht mehr an den täglichen Paukstunden teil und ficht in der Regel keine Mensuren. Als Inaktiver ist man zu allererst zum Studium angehalten, über dessen Fortgang in regelmäßigen Abständen am Burschenconvent berichtet werden muß und dessen Abschluß grundsätzlich Voraussetzung für den Weiterverbleib in einer akademischen Burschenschaft ist. Grundsätzlich ist es Aufgabe der inaktiven Burschen, den jüngeren Bundesbrüdern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und so für die Kontinuität im Wirken der B! zu sorgen.


Der Alte Herr

Alter HerrNach Abschluß des Studiums und Eintritt in das Berufsleben stellt der inaktive Bursch einen Antrag auf Aufnahme in die Altherrenschaft. Die Alten Herren ermöglichen durch ihre finanziellen Beiträge die Aufrechterhaltung des Betriebes der Korporation. Nach Maßgabe der beruflichen Möglichkeiten nimmt der Alte Herr an den Veranstaltungen seiner Burschenschaft teil. Darüber hinaus sind es sehr oft Alte Herren, die im Rahmen von burschenschaftlichen Vortragsabenden Interessantes aus ihrem Beruf oder Leben zu berichten haben. In einer Burschenschaft wird im Zusammenwirken zwischen Alten Herren und jungen Bundesbrüdern jene wesentliche, generationenumfassende Einheit gebildet, die im Gegensatz zur heutigen Ellbogengesellschaft steht und im Grundsatz des Lebensbundprinzips ihre Vollendung findet.

 

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