| Die Mensur |
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Kein Bereich des waffenstudentischen Lebens wird von Unwissenden derart verzerrt und falsch dargestellt wie das studentische Fechten. Von Aufschlitzritualen, Salz und Pferdehaar in den Wunden, am Sessel angebundenen Studenten, denen sadistische Kollegen Schnitte im Gesicht zufügen und ähnlichen Schauermärchen ist hier immer wieder zu hören und zu lesen. Mit der Wirklichkeit haben derartige Geschichten freilich nichts gemein. Das Mensurfechten wird seit Generationen mit nahezu unveränderten Regeln von allen schlagenden Korporationen als studentisches Kulturgut erhalten. Das studentische Fechten ist bis ins Detail reglementiert im Paukbrauch (Fechtkomment - dieser umfaßt über 100 Paragraphen), wobei jede Hochschulstadt ihren eigenen Paukbrauch hat, die einzelnen Regelwerke jedoch nur unwesentlich voneinander abweichen. Gefochten wird mit dein Korbschläger, einer Waffe, die eine beidseitig geschliffene Klinge aufweist und die Hand durch einen Metallkorb schützt. Im Unterschied zum Sportfechten wird beim Schlägerfechten lediglich der waffenführende (meist also der rechte) Arm bewegt. Die zwei Paukanten stellen sich in einem festen Abstand von etwa einem Meter (dem Mensurabstand) gegenüber auf. Links vom Paukanten steht jeweils der Sekundant, rechts der Testant. Geleitet wird die Mensur von einem Unparteiischen, der keiner der zwei fechtenden Bünde angehören darf. Hier soll auch ein weitverbreitetes Mißverständnis ausgeräumt werden: Mitglieder ein und desselben Bundes fechten natürlich niemals miteinander! Es wird immer mit einem Mitglied einer anderen Korporation gefochten. |
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