Wiener akademische Burschenschaft Albia

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Feuer!Die Burschenschaft versteht sich selbst als elitär. Elite ist keine soziale Klasse oder eine Frage des Einkommens. Für die Burschenschaft ist Elite ein Anspruch, den jeder in seinem Leben zu verwirklichen hat. Elite sein, heißt: An sich selbst hohe Ansprüche zu stellen und immer das Beste von sich zu verlangen. Es geht nicht darum, besser zu sein als andere, sondern es heißt, ständig bemüht zu sein, sich selbst zu verbessern. Es ist ein dynamischer Begriff, kein statischer.

Ein Beispiel aus der Geschichte unseres Bundes: ein Alter Herr (AH) unserer B!, studierter Jurist, hatte den Staatsdienst verlassen, um in der Fabrik seines Vaters zu arbeiten. Als die Firma in Folge der Wirtschaftskrise der 30er Jahre in Schwierigkeiten geriet, bot er darauf dem Konvent seinen Austritt aus der B! an, da er dem Anspruch seiner Burschenschaft nicht zu genügen meinte. Sein Gesuch wurde vom Konvent einstimmig abgelehnt. Die Angelegenheit zeigt aber, welch hohe Ansprüche die Mitglieder an sich selber stellen! Burschenschafter wollen nicht Mittelmaß sein. Es geht darum, dass einer mehr tut, als er eigentlich müsste.

Aus diesem Selbstverständnis erklärt sich auch die Verpflichtung der Bundesbrüder zum studieren. Das Wörtchen "akademisch", das alle Verbindungen an der Universität im Namen führen, ist Programm! Alle Bundesbrüder sind zum fleißigen Studieren angehalten. Neben die Ausbildung, die uns die Universität vermittelt, stellt die Verbindung aber auch die Charakterbildung ihrer Mitglieder!

Bildung bedeutet nicht, Kenntnisse dekorativer Art zu besitzen und in Gesellschaft über alles und nichts reden zu können. Bildung hilft die Welt zu verstehen (was die Welt im innersten zusammenhält, wie Goethes Faust sagt) und sich in ihr zu Recht zu finden. Die moderne Universität vermittelt heute aber kaum mehr Bildung, sondern im besten Fall Wissenschaft, im schlechtesten nur noch Berufs-Ausbildung. Die Folge ist der Fachmann, ein moderner Barbar, der zwar in seinem Fach kenntnisreich, aber ansonsten ungebildet ist. Denken wir an ein Bonmot des chinesischen Denkers Tschuang Tse: "Wie soll ich über das Meer reden mit dem Frosch, der noch nie aus seiner Pfütze herausgekommen ist? Wie soll ich über den Frost reden mit dem Sommervogel, der immer in der einen Jahreszeit festgehalten ist? Wie soll ich über das Leben reden mit dem Weisen, der der Gefangene seiner Lehrmeinung ist?"

Wir versuchen unseren Mitgliedern eine umfassende Bildung zu vermitteln. Dazu zählen Fortbildungsangebote, Seminare, ein regelmäßig stattfindender Lesekreis, ein Tanzkurs und der gemeinsame Besuch kultureller Veranstaltungen.

 

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