Wiener akademische Burschenschaft Albia

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So wie Ehre und Freiheit Werte darstellen, die ihren Ausgangspunkt im Bewußtsein der Einzelperson nehmen, sind sie andererseits nur in Zusammenhang mit dem Leben in einem Gemeinwesen denkbar.

Die Umsetzung der Ideale Ehre und Freiheit in die Wirklichkeit bedarf eines klar umrissenen Rahmens, innerhalb dessen ihre Gültigkeit durchgesetzt und bewahrt werden kann. Die Erfahrungswelt zeigt, dass ein wertorientiertes gesellschaftliches Leben sich dort am nachhaltigsten in die Tat umsetzen lässt, wo bereits eine grundlegende Bindung der Gesellschaftsmitglieder durch gemeinsame Sprache, Geschichte, Kultur und Herkunft vorhanden ist. Insbesondere das Freiheitsideal lässt sich nur innerhalb des politischen Organisationsmodells der Nation verwirklichen. Dieser enge Bezug von Freiheitsideal und Vaterlandsbegriff ist grundlegend für das burschenschaftliche Denken.

Germania

Freiheit muss immer in irgendeiner Art und Weise vermittelt werden. Der Ort, an dem das geschieht, ist der Staat, das Vaterland. Wir vergessen heute allzu oft, dass es der Staat ist, der den Rahmen unserer freien Entfaltung bildet. Ohne Staat gibt es keine Freiheit, anarchistische Konzepte standen den Korporationen daher immer fern. So wie die Burschenschaft demokratisch organisiert ist, fordert sie das auch vom Staat. Im Staat gibt sich ein Volk Freiheit, es organisiert sich, gestaltet seinen Lebensbereich nach selbstgegebenen Grundsätzen (der Verfassung). Der Staat ist aber mehr als bloße Rechtsgemeinschaft: er ist auch Heimat, d.h. nicht nur eine politische sondern auch kulturelle Gemeinschaft.

Der Mensch ist keine Tabula Rasa, kein unbeschriebenes weißes Blatt: jeder wird in eine bestimmte historische Situation, in ein Volk hineingeboren. Wir wachsen auf mit einer bestimmten Sprache, einer bestimmten Tradition. Kultur ist die Veredlung des Menschen und das ist sie, weil sie vor allem Freude ist. Beethoven hat Kants Ausspruch vom moralischen Gesetz in uns und dem gestirnten Himmel über uns neben seine Neunte Symphonie geschrieben. Die Kunst, die zu den Menschen durch die Empfindung spricht, die die Phantasie und damit das eigene Denken der Menschen anregt, gibt Mut und Kraft. Kultur kann den einzelnen hoch über sich selbst empor tragen, zu einem Enthusiasmus, zu einem Heroismus, zu dem er als einzelner gar nicht fähig wäre.

All das gehört zu uns und ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, von dem wir profitieren. Während die technische Kultur (Zivilisation) lediglich der Mittelherstellung für irgendwelche Zwecke dient, ist die wahre Kultur nicht Mittel sondern Selbstzweck, das ist die Freiheit.

Ein Staat aus Freiheit: für uns ist das heute die historische Form der Bundesrepublik Österreich und deren Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Als Burschenschafter betrachten wir es als eine unserer wichtigsten Aufgaben, an der demokratischen Gestaltung unsere Heimat mitzuwirken. Es geht darum, unsere Prinzipien aktiv in Politisches Handeln umzusetzen. Politik beschränkt sich aber nicht auf Parteipolitik sondern umfasst jede Arbeit im Dienst des Gemeinwohls, als des letzten Ziels aller richtig verstandenen Politik. Darüber, wie man dem Gemeinwohl am besten dient, gibt es unterschiedliche Auffassungen, die sich in verschiedenen Parteien ausdrücken. Die Wr.akad.B! Albia ist parteipolitisch nicht gebunden, denn diese Entscheidung bleibt dem Einzelgewissen des Mitgliedes überlassen. Darüber hinaus bestehen Burschenschaften seit bald 200 Jahren und können sich daher nicht an eine Partei binden.

 

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