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Herder sieht in den Liedern eines Volkes "unverfälschte Äußerungen der Volksseele". In solchen Volksliedern erfährt man von „Denkart und Sitten der Nation! Von Ihrer Wissenschaft und Sprache! Von Spiel und Tanz, Musik und Götterlehre!“. In seinen Liedern tritt uns das Wesen des Volkes entgegen

Wesen der Hymne

Herder sieht in den Liedern eines Volkes "unverfälschte Äußerungen der Volksseele". In solchen Volksliedern erfährt man von „Denkart und Sitten der Nation! Von Ihrer Wissenschaft und Sprache! Von Spiel und Tanz, Musik und Götterlehre!“. In seinen Liedern tritt uns das Wesen des Volkes entgegen

Was unterscheidet aber ein Volkslied von einer Volkshymne? In der Hymne eines Volkes soll sich nicht nur sein Wesen, sondern auch sein geschichtlicher Auftrag (nach Ortega y Gasset das eigentliche Sein eines Volkes) ausdrücken. Die Hymne geht also über das bloße Volkslied hinaus.

Das Wesen Frankreichs, sein Selbstverständnis, spiegelt sich in der Marseillaise. Das Wesen Englands offenbarte sich fast drei Jahrhunderte lang in dem Lied „Rule, Britannia! Britannia, rule the waves: Britons never will be slaves“. Heute ist Großbritannien längst keine die Meere beherrschende Weltmacht mehr wie früher, und das Lied ist nur noch der Abglanz einer vergangenen Epoche.

Eine Hymne ist also nicht nur Verherrlichung der Nation, sie ist auch immer Zeichen für den Auftrag an die Nation. In seiner Nationalhymne stellt sich das Volk seine Aufgabe vor sich hin.



 

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