| Deutsche Hymnen - Kaiserhymnen |
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KaiserhymnenGott erhalte Franz, den Kaiser (1792)1. Gott erhalte Franz, den Kaiser, / Unsern guten Kaiser Franz! / Lange lebe Franz, der Kaiser, / In des Glückes hellstem Glanz! / Ihm erblühen Lorbeerreiser, / Wo er geht, zum Ehrenkranz! / Gott erhalte Franz, den Kaiser, / Unsern guten Kaiser Franz! 2. Lass von seiner Fahne Spitzen / Strahlen Sieg und Fruchtbarkeit! / Lass in seinem Rate sitzen / Weisheit, Klugheit, Redlichkeit! / Und mit Seiner Hoheit Blitzen / Schalten nur Gerechtigkeit! / Gott erhalte Franz, den Kaiser, / Unsern guten Kaiser Franz! 3. Ströme deiner Gaben Fülle / Über ihn, sein Haus und Reich! / Brich der Bosheit Macht, enthülle / Jeden Schelm- und Bubenstreich! / Dein Gesetz sei stets sein Wille, / Dieser uns Gesetzen gleich. / Gott erhalte Franz, den Kaiser, / Unsern guten Kaiser Franz! 4. Froh erleb' er seiner Lande, / Seiner Völker höchsten Flor! / Seh sie, Eins durch Bruderbande, / Ragen allen andern vor! / Und vernehm noch an dem Rande / Später Gruft der Enkel Chor: / Gott erhalte Franz, den Kaiser, / Unsern guten Kaiser Franz! Text: Lorenz Leopold Haschka (* 1. September 1749 in Wien; † 3. August 1827 ebenda) Melodie: Joseph Haydn (* 31. März 1732 in Rohrau in Niederösterreich; † 31. Mai 1809 in Wien), komponiert im Januar 1797 als Auftragswerk auf den Text der Haschka-Hymne. Geschichte: am 12. Februar 1797 aus Anlass des Geburtstags des Kaisers erstmals gesungen. Die Hymne galt bis 1828. Gott erhalte Franz den Kaiser (1828)1. Gott erhalte Franz den Kaiser, / unsern guten Kaiser Franz! / Hoch als Herrscher, hoch als Weiser / steht er in des Ruhmes Glanz. / Liebe windet Lorbeerreiser / Ihm zu ewig grünem Kranz. / Gott erhalte Franz den Kaiser, / unsern guten Kaiser Franz! 2. Über blühende Gefilde / reicht sein Zepter weit und breit. / Säulen seines Throns sind Milde, / Biedersinn und Redlichkeit. / Und von seinem Wappenschilde / Strahlet die Gerechtigkeit. / Gott erhalte Franz den Kaiser, / unsern Guten Kaiser Franz! 3. Sich mit Tugenden zu schmücken, / achtet er der Sorgen wert. / Nicht, um Völker zu erdrücken, / flammt in seiner Hand das Schwert; / Sie zu segnen, zu beglücken, / ist der Preis, den er begehrt. / Gott erhalte Franz den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz! 4. Er zerbrach der Knechtschaft Bande, / hob zur Freiheit uns empor. / Früh erleb' er deutscher Lande, / deutscher Völker höchsten Flor / und vernehme noch am Rande / später Gruft der Enkel Chor: / Gott erhalte Franz den Kaiser, / unsern guten Kaiser Franz! Text: unbekannter Dichter. Geschichte: durch "Allerhöchster Entschließung" am 1. Oktober 1826 als offizielle Volkshymne proklamiert, galt diese Version bis 1835. Die letzte Strophe bezieht sich auf den Sieg über Napoleon. Gott erhalte unsern Kaiser, unsern Kaiser Ferdinand! (1835)1. Gott erhalte unsern Kaiser, / Unsern Kaiser Ferdinand! / Reich, o Herr, dem guten Kaiser / Deine starke Vaterhand! / Wie ein zweiter Vater schalte / Er an Deiner Statt im Land! / Ja, den Kaiser, Gott, erhalte, / Unsern Kaiser Ferdinand! 2. Lass in seinem Rate weilen / Weisheit und Gerechtigkeit! / Lass ihn seine Sorgen teilen / Zwischen Zeit und Ewigkeit; / Dass er hier sein Reich verwalte / Nur als Deines Reiches Pfand! / Ja, den Kaiser, Gott, erhalte, / Unsern Kaiser Ferdinand! 3. Gib ihm Frieden! Gib ihm Ehre! / Wenn die Ehre ruft zum Krieg, / Sei mit ihm und seinem Heere; / Unsern Fahnen schenk den Sieg; / Wo sie wallen, da entfalte / Segen sich für jeden Stand! / Ja, den Kaiser, Gott, erhalte, / Unsern Kaiser Ferdinand! 4. Alles wechselt im Getriebe / Vielbewegter Erdenwelt; / Doch erprobter Treu und Liebe / Ward die Dauer beigesellt. / Uns're Treue bleibt die alte, / Unauflöslich ist ihr Band: / Ja, den Kaiser, Gott, erhalte, / Unsern Kaiser Ferdinand! Text: Karl von Holtei (1798-1880)Geschichte: Da die Hymne keinen großen Anklang fand (angeblich da Holtei Preuße war), wurde sie schon nach wenigen Monaten ersetzt. Sie war lediglich von April 1835 bis Januar 1836 in Gebrauch. Segen Östreichs hohem Sohne (1836)1. Segen Östreichs hohem Sohne, / Unserm Kaiser Ferdinand! / Gott, von Deinem Wolkenthrone / Blick erhörend auf dies Land! / Lass Ihn, auf des Lebens Höhen / Hingestellt von Deiner Hand, / Glücklich und beglückend stehen, / Schütze unsern Ferdinand! 2. Alle Deine Gaben spende / Gnädig Ihm und Seinem Haus; / Alle deine Engel sende, / Herr, auf Seinen Wegen aus! / Gib, dass Recht und Licht und Wahrheit, / Wie sie Ihm im Herzen glüh'n, / Lang' in reiner, ew'ger Klarheit / Noch zu unserm Heile blüh'n! 3. Palmen lass Sein Haupt umkränzen, / Scheuche Krieg und Zwietracht fort; / Lass Ihn hoch und herrlich glänzen, / Als des Friedens Schirm und Hort! / Lass Ihn, wenn Gewitter grauen, / Wie ein Sternbild hingestellt, / Tröstend Licht hernieder thauen, / In die sturmbewegte Welt! 4. Holde Ruh und Eintracht walte, / Wo er sanft das Scepter schwingt; / Seines Volkes Liebe halte / Freudig Seinen Thron umringt; / Unaufhörlich fest-geschlungen / Bleibe ewig dieses Band! / Rufet "Heil" mit tausend Zungen, / "Heil dem milden Ferdinand!" Text: Freiherr v. Zedlitz (1790-1862). Geschichte: vom Februar 1836 bis zum März 1854 in Gebrauch. Erstmals wird hier „Österreich“ in der Hymne des Kaiserreiches erwähnt! Gott erhalte, Gott beschütze (1854)1. Gott erhalte, Gott beschütze / Unsern Kaiser, unser Land! / Mächtig durch des Glaubens Stütze / Führt er uns mit weiser Hand! / Lasst uns seiner Väter Krone / Schirmen wider jeden Feind: / Innig bleibt mit Habsburgs Throne / Österreichs Geschick vereint. 2. Fromm und bieder, wahr und offen / Lasst für Recht und Pflicht uns stehn; / Lasst, wenn‘s gilt, mit frohem Hoffen / Mutvoll in den Kampf uns gehn! / Eingedenk der Lorbeerreiser / Die das Heer so oft sich wand: / Gut und Blut für unsern Kaiser, / Gut und Blut fürs Vaterland! 3. Was der Bürger Fleiß geschaffen, / Schütze treu des Kaisers Kraft; / Mit des Geistes heitren Waffen; / Siege Kunst und Wissenschaft! / Segen sei dem Land beschieden / Und sein Ruhm dem Segen gleich; / Gottes Sonne strahl' in Frieden / Auf ein glücklich Österreich! 4. Lasst uns fest zusammen-halten, / In der Eintracht liegt die Macht; / Mit vereinter Kräfte Walten / Wird das Schwere leicht vollbracht, / Lasst uns Eins durch Brüderbande / gleichem Ziel entgegengehn! / Heil dem Kaiser, Heil dem Lande, / Österreich wird ewig stehn! 5. An des Kaisers Seite waltet, / Ihm verwandt durch Stamm und Sinn, / Reich an Reiz, der nie veraltet, / Uns're holde Kaiserin. / Was als Glück zu höchst gepriesen / Ström' auf sie der Himmel aus: / Heil Franz Josef, Heil Elisen, / Segen Habsburgs ganzem Haus! 6. Heil auch Öst'reichs Kaisersohne, / Froher Zukunft Unterpfand, / seiner Eltern Freud' und Wonne, / Rudolf tönt's im ganzen Land, / Unsern Kronprinz Gott behüte, / Segne und beglücke ihn, / Von der ersten Jugendblüte / bis in fernste Zeiten hin. Text: Johann Gabriel Seidl (* 21. Juni 1804 in Wien; † 18. Juli 1875 ebenda). Geschichte: Anlässlich der Verehelichung Kaiser Franz Josefs I. sollte ein neuer Text für die Kaiserhymne entstehen, der für die Nachfolger keiner Änderungen mehr bedürfen sollte. Dieser Text wurde am 27. März 1854 zur offiziellen Hymne erklärt und galt bis zum Ende des Kaiserreiches 1918. Die letzen zwei Strophen wurden allerdings nach dem Tod der Kaiserin und des Kronprinzen nicht mehr gesungen. Die Änderungen für Karl I. kamen nicht mehr zur Anwendung. Exilstrophe für Otto von HabsburgIn Verbannung, fern den Landen / Weilst Du, Hoffnung Österreichs. / Otto, treu in festen Banden / Steh'n zu Dir wir felsengleich. / Dir, mein Kaiser, sei beschieden / Alter Ruhm und neues Glück! / Bring den Völkern endlich Frieden, / Kehr zur Heimat bald zurück! Alternative EntwürfeFranz Grillparzer 1. Gott erhalte unsern Kaiser / Und in ihm das Vaterland! / Der du Kronen hältst und Häuser, / Schirm ihn, Herr, mit starker Hand! / Dass ein Guter und ein Weiser, / Er ein Strahl von deinem Blick: / Gott erhalte unsern Kaiser, / Unsre Liebe, unser Glück! 2. Lass in seinem Rate sitzen / Weisheit und Gerechtigkeit, / Sieg von seinen Fahnen blitzen, / Führt das Recht ihn in den Streit; / Doch verschmähend Lorbeerreiser / Sei der Friede sein Geschick: / Gott erhalte unsern Kaiser, / Unsre Liebe, unser Glück! 3. Mach uns einig, Herr der Welten, / Tilg der Zwietracht Stachel aus, / Dass wir nur als Söhne gelten / In desselben Vaters Haus. / Und ein Vaterherz beweis er / Ungeteilt in kleinstem Stück: / Gott erhalte unsern Kaiser, / Unsre Liebe, unser Glück! 4. Mag dann eine Welt uns dräuen, / Er mit uns und wir für ihn! / Neu im alten, alt im neuen / Lass uns unsre Bahnen ziehn. / Wenn sein letzter Pulsschlag leiser, / Schau er segnend noch zurück! / Gott erhalte unsern Kaiser, / Unsre Liebe, unser Glück! Unbekannter Dichter um 1848 1. Gott erhalte unsern Kaiser, / Lothringens und Habsburgs Sohn! / Als Vermächtnis beider Häuser / Saß stets Tugend auf dem Thron! / Was an Glück dem Volk zu schenken / Gab uns seine milde Hand—/ Mit vereinter Kraft zu lenken / Unser weites Vaterland. 2. Gott erhalte unsern Kaiser, / Dass er ernte seine Saat, / Ihn umgebe stets ein weiser, / Ein vom Volk geliebter Rath, / Dass, was kräftig er vollbringe, / Alle stützen auch zugleich—/ Mit vereinter Kraft verjünge / Sich ein freies Österreich. 3. Deutsche, Ungarn und Dalmaten, / Slav', Lombarde und Kroat, / Seien einig im Beraten / Und auch einig in der Tat! / Um dem Vaterland zu geben / Neuen Glanz und neuen Ruhm / Mit vereinter Kraft erstreben / wir ein mächtig Kaisertum. Heil Dir im Siegerkranz (1790)1. Heil dir im Siegerkranz, / Herrscher des Vaterlands. / Heil, Kaiser, dir! / Fühl' in des Thrones Glanz / Die hohe Wonne ganz, / Liebling des Volks zu sein. / Heil, Kaiser, dir! 2. Nicht Ross', nicht Reißige / Sichern die steile Höh', / Wo Fürsten stehn. / Liebe des Vaterlands, / Liebe des freien Manns / Gründen den Herrscherthron / Wie Fels im Meer. 3. Heilige Flamme, glüh, / Glüh und erlösche nie / Fürs Vaterland! / Wir alle stehen dann / Mutig für einen Mann, / Kämpfen und bluten gern / Für Thron und Reich. 4. Handel und Wissenschaft / Heben mit Mut und Kraft / Ihr Haupt empor. / Krieger- und Heldentat / Finden ihr Lorbeerblatt / Treu aufgehoben dort / An deinem Thron. |
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