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Nationale Volkshymnen

Es braust ein Ruf wie Donnerhall (1840)

1. Es braust ein Ruf wie Donnerhall, / Wie Schwertgeklirr und Wogenprall: / Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein! / Wer will des Stromes Hüter sein?

Refrain

Lieb Vaterland magst ruhig sein, / Lieb Vaterland magst ruhig sein: / Fest steht und treu die Wacht, / Die Wacht am Rhein! / Fest steht und treu die Wacht, / Die Wacht am Rhein!

2. Durch Hunderttausend zuckt es schnell, / Und aller Augen blitzen hell; / Der Deutsche bieder, fromm und stark, / Beschützt die heil'ge Landesmark.

3. Er blickt hinauf in Himmelsau'n, / Wo Heldenväter niederschau'n, / Und schwört mit stolzer Kampfeslust: / Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!

4. Solang ein Tropfen Blut noch glüht, / Noch eine Faust den Degen zieht, / Und noch ein Arm die Büchse spannt, / Betritt kein Feind hier deinen Strand!

5. Der Schwur erschallt, die Woge rinnt / Die Fahnen flattern hoch im Wind: / Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein  /Wir alle wollen Hüter sein.

Zwischen der 4. und 5. Strophe wird in manchen Publikationen folgende Strophe eingeschoben, die zumindest schon 1870 nachweisbar ist:

Und ob mein Herz im Tode bricht, / Wirst du doch drum ein Welscher nicht. / Reich, wie an Wasser deine Flut, / Ist Deutschland ja an Heldenblut!

Auf Kriegspostkarten des Ersten Weltkriegs wird auch die nachfolgende 7. Strophe verbreitet:

So führe uns, du bist bewährt; / In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert, / Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut! / Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!

Text: Max Schneckenburger (* 17. Februar 1819 in Talheim bei Tuttlingen; † 3. Mai 1849 in Burgdorf bei Bern) für die Strophen 1. bis 5. Melodie: Carl Wilhelm, (* 5. September 1815 in Schmalkalden; † 26. August 1873 ebenda). Geschichte: als Reaktion auf das Bekenntnis Adolphe Thiers' zum Rhein als Frankreichs anzustrebender Ostgrenze (Rheinkrise) gedichtet. Das Lied hatte nach 1871 neben dem Lied „Heil dir im Siegerkranz“ beim Volk den Status einer Nationalhymn

Text: Nikolaus Becker, geschrieben 1840 in Bonn. Melodie: Robert Schumann Robert Schumann (* 8. Juni 1810 in Zwickau; † 29. Juli 1856 in Endenich bei Bonn). Geschichte: Das Lied wurde anlässlich der Rheinkrise gedichtet. Becker wurde dafür von den Königen von Preußen und Bayern durch Geschenke ausgezeichnet.

Rheinlied (1840)

1. Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Ob sie wie gierige Raben,
Sich heiser danach schrein,
Solang er ruhig wallend
Sein grünes Kleid noch trägt,
Solang ein Ruder schallend
In seine Wogen schlägt.
Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,

2. Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Solang sich Herzen laben
An seiner Geuerwein,
Solang in seinem Strome
Noch fest die Felsen stehn,
Solang sich hohe Dome
In seinem Spiegel sehn.
Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein.

3. Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Solang noch kühne Knaben
Um schlanke Dirnen frein,
Solang die Flosse hebet
Ein Fisch auf seinem Grund,
Solang ein Lied noch lebet
In seiner Sänger Mund.
Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Bis seine Flut begraben
Des letzten Manns Gebein!

Was dich auch bedroh - Lied der Auslandsdeutschen (1920)

1. Was dich auch bedrohe: / Eine heil'ge Lohe gibt dir Sonnenkraft! / Lass dich nicht entrechten, / Lass dich nimmer knechten! / Gott gibt dem Gerechten / wahre Heldenschaft.

2. Was auch immer werde, / steh' zur Heimaterde, / Bleibe wurzelstark! / Kämpfe, blute, werbe / für dein höchstes Erbe, siege oder sterbe: / Deutsch sei bis ins Mark!

Text: Heinrich Gutberlet 1920, Melodie: Eugen Naumann, Geschichte: das Lied war in den Gebieten, die in der Folge des Versailler Vertrages in den polnischen Machtbereich gelangten (Posen und Westpreußen), weit verbreitet und wurde schließlich zu einer Hymne der Auslandsdeutschen überhaupt.



 

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