| Deutsche Hymnen - Deutschland, Deutschland ueber alles |
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Deutschland, Deutschland über alles1. Deutschland, Deutschland über alles, / Über alles in der Welt, / Wenn es stets zu Schutz und Trutze / Brüderlich zusam-menhält, / Von der Maas bis an die Memel, / Von der Etsch bis an den Belt. |: Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt! :| 2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, / Deutscher Wein und deutscher Sang / Sollen in der Welt behalten / Ihren alten schönen Klang, / Uns zu edler Tat begeistern / Unser ganzes Leben lang. |: Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und deutscher Sang! :| 3. Einigkeit und Recht und Freiheit Für das deutsche Vaterland! / Danach lasst uns alle streben / Brüderlich mit Herz und Hand! / Einigkeit und Recht und Freiheit / Sind des Glückes Unterpfand; |: Blüh’ im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland! :| 4. Deutschland, Deutschland über alles / Und im Unglück nun erst recht. / Nur im Unglück kann die Liebe zeigen, / Ob sie stark und echt. / Und so soll es weiter klingen / Von Geschlechte zu Geschlecht: |: Deutschland, Deutschland über alles Und im Unglück nun erst recht. :| Text: Strophen 1. bis 3. verfasst von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (2. April 1798 in Fallersleben (heute: Wolfsburg); † 19. Januar 1874 in Corvey) am 26. August 1841, am 5. Oktober 1841 in Hamburg erstmals öffentlich gesungen. Strophe 4. von Albert Matthai (1853 oder 1855 in Preußisch Stargard; † 1924) verfasst 1921. Diese Strophe wird im Allgemeinen nicht zum Lied gezählt. Melodie: Joseph Haydn 1797 auf den Text „Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz!“.Geschichte: Das Lied war neben „Der Wacht am Rhein“ immer ein populäres Volkslied, obwohl es nicht dessen Beliebtheit erreichte. Mit dem Ersten Weltkrieg begann es aber dieses in der Gunst der Bevölkerung zu verdrängen. Am 11. August 1922 wurde es durch Reichspräsident Ebert zur Nationalhymne bestimmt. Im Dritten Reich wurden die zweite und dritte Strophe nicht mehr gesungen. Nach dem Krieg verboten die Alliierten das Lied zur Gänze. Im Mai 1952 wird es mit Zustimmung von Bundespräsident Heuss, der eigentlich eine andere Hymne gewünscht hätte, auf Drängen von Bundeskanzler Konrad Adenauer wieder Nationalhymne. Beim Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 sangen die streikenden Arbeiter das Deutschlandlied, weswegen es nach der Niederschlagung des Aufstandes in der DDR verboten war. Als 1989 die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer im Deutschen Bundestag eintraf, wurde das Lied von den Abgeordneten gesungen. Im August 1991 erklären Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl in einem Briefwechsel die dritte Strophe des Deutschlandliedes, und nur diese, zur Nationalhymne. Die Hymne wurde aber nie durch ein Gesetz oder eine parlamentarische Abstimmung beschlossen! Parodie: Syrakusaise1. Gott erhalte den Tyrannen, / Den Tyrannen Dionys! / Wenn er uns des Heils auch wenig / Und des Unheils viel erwies, / Wünsch' ich doch, er lebe lange, / Flehe brünstig überdies: / Gott erhalte den Tyrannen, / Den Tyrannen Dionys! 2. Eine Alte sprach im Tempel / Eines Tages dies Gebet. / Der Tyrann kam just vorüber, / Wüsste gerne, was sie tät: / Sag mir doch, du liebe Alte, / Sag, was war denn dein Gebet? / Ach, ich habe nur gebetet, / Nur für Eure Majestät. 3. Als ich war ein junges Mädchen, / Fleht' ich oftmals himmelan: / Lieber Gott, gib einen Bessern! / Und ein Schlecht'rer kam heran; / Und so kam ein zweiter, dritter / immer schlechterer Tyrann; / Darum fleh ich heute nur noch: / Gott erhalt' uns dich fortan! Text und Geschichte: Hoffmann von Fallersleben hatte bereits am 2. Juli 1841 in seinen „Unpolitischen Liedern“ einen anderen Text zur Haydn Melodie geschrieben. Es handelt sich dabei um obige Parodie. Ein Gegenvorschlag (1913)1. Land der ewigen Gedanken, / Deutschland, Deutschland, Jugendland! / Stehe fest und sonder Wanken, / Land der ewigen Gedanken, / In der Zeiten Wirbelbrand. 2. Land der unbesiegten Liebe, / Deutschland, Deutschland, Herzensland! / Mitten in dem Machtgetriebe, / Land der unbesiegten Liebe, / Halte du in Treuen stand. 3. Land der schwielen harten Hände, / Deutschland, Deutschland, Arbeitsland! / Fühle deine Zeitenwende, / Land der schwielenharten Hände, / Halt den Knechtegeist gebannt Text: Hermann Claudius (* 24. Oktober 1878 in Langenfelde bei Hamburg; † 8. September 1980 in Grönwohld), Urenkel von Mathias Claudius. Melodie: 1916 von Wilhelm Englert. Geschichte: 1913 geschrieben wurde es 1921 uraufgeführt, fand aber kaum Unterstützung in der Bevölkerung. ParodienNeue deutsche Hymne, aus: Der Wahre Jacob, 9. Oktober 1900 1. Deutschland, Deutschland über dieses / Geht kein Land doch auf der Welt; / Und weh' jedem, der noch künftig / Frech sich in den Weg uns stellt. / Unserer Rache Flammenfackel / dann den Erdenrund erhellt, / Bis wir kurz und klein gehauen /alles, alles in der Welt. 2. Deutsch allein ist wahre Sitte, / Deutsch nur wirkliche Kultur; / alle anderen Nationen / Sind ja doch Barbaren nur. / English-man, Franzos' und Russe, / Jingo - falsch und wetter-wend'sch, / Gierig, grausam - mit dem Deutschen / Erst beginnt der wahre Mensch. 3. Doch wird Deutschland uns zu enge, / Wo es keinem mehr gefällt. / Wozu hat man auch Soldaten, / Und wozu das viele Geld? / Quatscht nicht von den alten Grenzen, / Maas und Memel, Etsch und Belt: / Uns gehört des Rechtes wegen, / Längstens schon die ganze Welt. 4. Darum lasst uns Flotten bauen / Über alles in der Welt, / Lasst uns stechen, lasst uns hauen, / Was uns in die Klauen fällt. / Wenn nur der chines'sche Drache / Blutend erst am Boden liegt, / Dann wird England, Russland, Frankreich / und die neue Welt bekriegt. 5. Wenn erst vom Chinesenkuchen / Wir das beste Stück errafft, / Wird sogleich der deutsche Krieger / Nach Amerika geschafft. / Und noch binnen vierzehn Tagen / Stecken wir Columbia ein— / Ja - denn Deutschland muss noch ville, / ville, ville größer sein. 6. Deutsches Recht und deutsche Freiheit, / Ach, was schert uns solcher Tand; / Drüber lachen wir, die neuen / Deutschen mit der Eisenhand. / Nein, im Glanze der Kanonen / blühe künftig nur die Welt, / Bis All - Deutschland mächtig krachend / Einst in Schutt und Trümmer fällt. 1918 Deutschland, Deutschland, schwer in Dalles, / Schwer in Dalles in der Welt, / Wenn die Marmelad nit alles brüderlich zusammenhäalt / Eier, Butter, Wurscht und Schinke / Sin' nur für die Reiche da, / Nur mir arme, arme Schlucker / Gucke zu und kreische: Hurrah ! (Spottlied eines unbekannten Mainzer Soldaten, 1918); Dalles = jüd. für Not 1980 Deutschland, Deutschland mir stinkt alles, / Was dir selbst an Dir gefällt. / Einigkeit und Recht und Freiheit / Wurden doch zu sehr gequält. / Korruption, Gewalt und Willkür / Gehen dem Staat leicht von der Hand. / Denk doch mal an deine Kinder, / Denke, Deutsches Vaterland ! Ich hab mich ergeben1. Ich hab' mich ergeben / Mit Herz und mit Hand, / Dir Land voll Lieb' und Leben, / Mein deutsches Vaterland! 2. Mein Herz ist entglommen, / Dir treu zugewandt, / Du Land der Frei'n und Frommen, / Du herrlich Hermannsland! 3. Will halten und glauben / an Gott fromm und frei; / Will Vaterland dir bleiben / auf ewig fest und treu. 4. Ach Gott, tu' erheben / Mein jung Herzensblut / Zu frischem freud'gem Leben, / Zu freiem frommem Mut! 5. Lass Kraft mich erwerben / in Herz und in Hand, / Zu leben und zu sterben / Fürs heil'ge Vaterland! Text: H.F. Maßmann, geschrieben 1820. Melodie: von „wir hatten gebauet“ (Zur Unterdrückung der Burschenschaft). Geschichte: Bei der Gründung der BRD 1949 wurde keine Nationalhymne festgelegt; bei der konstituierenden Sitzung des ersten Bundestages sangen die Abgeordneten „Ich hab mich ergeben / Mit Herz und mit Hand“; später wurde öfters Beethovens Ode an die Freude als Ersatzhymne verwendet. Hymne an Deutschland (1950)1. Land des Glaubens, deutsches Land, / Land der Väter und der Erben, / Uns im Leben und im Sterben / Haus und Herberg, Trost und Pfand, / Sei den Toten zum Gedächtnis, / Den Lebend'gen zum Vermächtnis, / Freudig vor der Welt bekannt, / Land des Glaubens, deutsches Land! 2. Land der Hoffnung, Heimat-land, / Ob die Wetter, ob die Wogen über dich hinweg-gezogen, / Ob die Feuer dich verbrannt, / Du hast Hände, die da bauen, / Du hast Herzen, die vertrauen, / Lieb und Treue halten stand, / Land der Hoffnung, Heimatland! 3. Land der Liebe, Vaterland, heil'ger Grund, / Auf den sich gründet, / Was in Lieb und Leid verbündet / Herz mit Herzen, Hand mit Hand. / Frei, wie wir dir angehören / Und uns dir zu eigen schwören, / Schling um uns dein Friedensband, / Land der Liebe, Vaterland! Text: Rudolf Alexander Schröder (* 26. Januar 1878 in Bremen, † 22. August 1962 in Bad Wiessee), geschrieben 1950. Melodie: Hermann Reutter (* 17. Juni 1900 in Stuttgart; † 1. Januar 1985 ebenda). Geschichte: Bundespräsident Theodor Heuss wollte dieses Lied, das auf seine Anregung hin entstand, zur National-hymne der Bundesrepublik machen, konnte sich aber nicht durchsetzen. So wurde auf Wunsch von Konrad Adenauer das Deutschlandlied wieder Hymne der BRD. Auferstanden aus Ruinen (1949)1. Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, / Lasst uns Dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland. / Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint, / Denn es muss uns doch gelingen, dass die Sonne schön wie nie / Über Deutschland scheint, über Deutschland scheint. 2. Glück und Friede sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland. / Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand. / Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind. / Lasst das Licht des Friedens scheinen, dass nie eine Mutter mehr / Ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint. 3. Lasst uns pflügen, lasst uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor, / Und der eignen Kraft vertrauend steigt ein frei Geschlecht empor. / Deutsche Jugend, bestes Streben unsres Volks in dir vereint, / Wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie / Über Deutschland scheint, über Deutschland scheint. Text: Johannes Robert Becher (* 22. Mai 1891 in München; † 11. Oktober 1958 in Berlin). Melodie: Hanns Eisler (* 6. Juli 1898 in Leipzig; † 6. September 1962 in Berlin), es kann auch zur Haydn Melodie gesungen werden. Geschichte: nach der Staatsgründung am 7. Oktober 1949 erteilte das Zentralkomitee der SED dem Dichter und späteren Kulturminister Johannes Becher den Auftrag zur Dichtung einer Hymne. Am 5.XI. wird der Text offiziell angenommen. Ab 1972 nur noch instrumental aufgeführt, da der Text unliebsam geworden ist. Anmut sparet nicht noch Mühe (1949)1. Anmut sparet nicht noch Mühe, / Leidenschaft nicht noch Verstand, / Dass ein gutes Deutschland blühe / Wie ein andres gutes Land. / Dass die Völker nicht erbleichen / Wie vor einer Räuberin, / Sondern ihre Hände reichen, / Uns wie andern Völkern hin, / Uns wie andern Völkern hin. 2. Und nicht über und nicht unter / Andern Völkern woll'n wir sein / Von der See bis zu den Alpen, von der Oder bis zum Rhein. / Und weil wir dies Land verbessern, / Lieben und beschirmen wir's, / Und das Liebste mag's uns scheinen, / So wie andern Völkern ihrs; / So wie andern Völkern ihrs. Text: Bertolt Brecht, (auch Bert Brecht, * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Berlin), geschrieben 1949. Melodie: Melodie: Hanns Eisler (* 6. Juli 1898 in Leipzig; † 6. September 1962 in Berlin), es kann auch zur Haydn Melodie gesungen werden. Geschichte: Die sog. „Kinder-hymne“ kann sich nicht gegenüber „Auferstanden aus Ruinen“ durchsetzen. Nach der Wiedervereinigung 1990 setzten sich aber einige Bürgerinitiativen und verschiedene Medien für das Lied als neue deutsche Nationalhymne ein. |
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