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Lesekreis : DemetriusDas Leben des falschen Dimitri (Лжедмитрий I.), russischer Zar in den Jahren der Wirren 1605/06, hat immer wieder Künstler beschäftigt. Puschkin schrieb ein Drama, Mussorgski eine Oper, Hebbel versuchte sich ebenso an dem Stoff wie Walter Flex. Im Lesekreis haben wir uns im SS 2009 mit dem „Demetrius" beschäftigt, ein Fragment von Schiller, welches dieser nicht mehr vollenden konnte. Es waren die letzten Zeilen, die er vor seinem Tod 1805 schrieb. Zar Iwan IV. der Schreckliche hatte zwei Söhne hinterlassen, Feodor und Demetrius. Ersterer überließ das Regieren aber seinem Schwager Boris Godunow, der nicht weniger gefürchtet war als der schreckliche Iwan. Nach dem Tod Feodors ließ er dessen Mutter, die Zarin-Witwe Maria Feodorowna mit ihrem Sohn Demetrius nach Uglitsch ins Kloster schicken, wo Demetrius unter fragwürdigen Umständen starb (wahrscheinlich wurde er von Godunows Schärgen ermordet). Bald traten Betrüger auf, die sich als der verstorbene Thronerbe ausgaben. Am erfolgreichsten war jener Pseudodimitri, den Schiller als Demetrius verewigte.
Im kommenden Semester wollen wir mit dem drittenTeil von Schillers „Wallenstein“ fortfahren und die Neuinszenierung von Goethes Faust I&II im Burgtheater besuchen. |
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